#Gamergate? Noch nie gehört!

Als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener habe ich viel Zeit am Computer mit Spielen verbracht. Sehr viel Zeit. In den letzten Jahren kam ich nicht mehr so viel dazu, aber ich verfolge die Spielszene weiterhin. Lese mir einige Testberichte durch, schaue mir Videos zu Spielen an und träume schon immer wieder mal davon eine Konsole zuhause zu haben, an der ich ab und zu mal zocken könnte. (Dann fällt mir zwar immer wieder sofort ein, dass ich dafür keine Zeit hätte, aber man wird ja noch träumen dürfen.)

Auch mitbekommen habe ich in diesem ganzen Kontext die Debatte um #Gamergate. Falls ihr von all dem noch nichts mitbekommen habt, fordere ich euch hiermit auf die beiden folgenden Artikel zu lesen. Feminismus meets Games und damit schlagen hier zwei Herzen von mir höher:

Die Gewalt der Gamer (von Daniel und Helga bei herzteile.org veröffentlicht)

und

There’s something happening here. Games-Kultur im Wandel? (von Lucie bei kleinerdrei.org veröffentlicht)

Die Filme (veröffentlicht unter feministfrequency) von Anita Sarkeesian, um die es auch in dem verlinkten Beitrag geht, solltet ihr euch auch unbedingt anschauen. Den hier zum Beispiel als Einführung:

 

Doping im Fußball

Manchmal fragt man sich wirklich, woher das eigene Kind eigentlich die eine oder andere Aussage/Verhaltensweise hat oder woher es die Phantasie nimmt. Hier zum Beispiel:

Am Samstag waren wir im Park Fußballspielen. Unsere „Aufgabe“ bestand darin, dass meine Frau mir den Ball zuspielen sollte und ich ihr zurück. Irgendwann entschied sich Großkind aber dazu, dass es doch ein wenig anders ablaufen sollte:

„Mama hat den Ball und spielt ihn nicht ab. Und dann komm ich zu dir, geb‘ dir Medizin und dadurch bekommst du den Ball dann doch von Mama.“

Doping?!?!

Der Schnuller ist weg

Vor fast einem Jahr bloggte ich kurz darüber, dass Großkind absolut schnullersüchtig ist und wir nicht so recht wissen, wie wir damit umgehen sollen.

Ich wollte euch mal auf den aktuellen Stand bringen. Ende Januar wachte Großkind eines morgens auf und verkündete großspurig: „Ich bin jetzt groß. Ich brauche keinen Schnuller mehr. Die Schnullerfee soll kommen.“

Dass es so etwas wie eine Schnullerfee geben soll, hat sie aus dem Kinderladen erfahren. Ihre beste Freundin hatte ihr wohl davon erzählt und klar gemacht, dass man von der Schnullerfee ein Geschenk erhält, wenn man den Schnuller abgibt (diese besagte Freundin wünschte sich von der Schnullerfee ein ECHTES Pferd, weshalb die Schnullerfee noch auf sich warten lässt). Einige Wochen bevor Großkind morgens aufwachte und fest davon überzeugt war, hatte sie schon einmal kurz mit dem Gedanken gespielt, dass sie alle Schnuller abgeben will, aber es dann doch ganz schnell wieder verworfen.

Aber dieses Mal war es anders: „ICH BIN JETZT GROSS.“ Sie bestand partout darauf, dass die Schnuller weg sollen. Und die Schnullerfee soll ihr einen Roller schenken.

Wir haben Großkind daraufhin mehrmals gesagt, dass es wirklich kein zurück gibt und wir ja erst einmal 2-3 Tage probieren können, wie es so ohne Schnuller ist, aber mit der Option, dass sie die Schnuller wieder haben kann. Sie war damit einverstanden und die Schnuller landeten im Schrank und sie wusste auch, wo sie waren. Diese wenigen Tage lief es echt gut. Der Schnuller war kaum noch in Benutzung, außer im Moment größter Trauer, bei Schmerzen durch Stürze oder beim Einschlafen am 1. Tag. Da es so gut lief wurde schnell ein Roller bestellt, der ankommen sollte, als der Schnuller-frei-Testzeitraum endete. Am 3. Tag wachte sie morgens wieder auf und ich war bereits auf Arbeit. Wir telefonierten via FaceTime (sprich Videotelefonie, die ich als einen wahren Segen für das Telefonieren mit den eigenen Kindern empfinde) und sie war absolut überzeugt, dass die Schnullerfee kommen soll, während sie im Kinderladen ist. Und so war es dann auch. Der Roller kam am Vormittag an, die Schnuller verschwanden und Großkind war mächtig stolz und glücklich, als sie nach Hause kam und der Roller da war. Die Schnullerfee hatte ihr sogar einen kleinen Brief geschrieben und ihr zum Großwerden gratuliert.

Happy End. Oder?

Nicht ganz.

Die ersten Tage waren noch ok. Der Schnuller war kaum Thema oder wenn dann nur in dem Kontext, dass sie anderen davon berichtete, dass die Schnullerfee da war, sie jetzt groß ist und keinen Schnuller mehr braucht und einen Roller bekommen hat. Aber wie es so ist: das Neue verliert seinen Reiz und die Sehnsucht nach dem Schnuller wuchs. Einige Tränen flossen, die Verzweifelung war an manchen Tagen und in manchen Momenten groß. Aber es wurde weniger. Bis wir gemeinsam zu DM gingen. Großkind weiß natürlich, dass man dort Schnuller kaufen kann und ging schnurstracks zum Schnullerregal. Viele Tränen flossen, viel Trost wurde gespendet, viel Wut baute sich trotzdem in ihrem kleinen Bauch auf. Irgendwann waren wir wieder draußen. Zum Glück ohne Schnuller. Am Abend sagte Großkind dann, dass sie nicht mehr zu DM gehen will, weil sie keine Schnuller kaufen will. Und in dem Moment weiß man nicht, ob man vor Rührung weinen soll oder nicht.

Das ist jetzt aber wieder einige Zeit her und mittlerweile hat sich das Schnullerthema fast erledigt. 100%ig perfekt lief die Entschnullerung nicht ab, aber zurück zum Schnuller wollten wir nicht mehr und Großkinds Entscheidung den Schnuller abzugeben wollten wir beibehalten*. Eine Ab-und-zu-Lösung würde bei uns nicht funktionieren. Da werden wir dann doch zu schwach, wenn Großkind mit den großen Kulleraugen vor uns steht.

Eines ist klar: bei Baby werden wir mit dem Schnuller gar nicht erst anfangen, auch wenn Großkind ihr gerne einen verabreichen würde. ;-)

* Überhaupt bin ich sehr beeindruckt, wie gut es klappt, wenn sie eine Entscheidung für sich getroffen hat. Beim Thema Windelfrei war es ebenso, dass sie morgens aufwachte und verkündete, dass sie keine Windeln mehr tragen will und jetzt immer auf’s Töpfchen gehen wird. Wir waren erst skeptisch, aber es klappte von heute auf morgen, abgesehen von 2-3 kleinen Unfällen in den Momenten in denen sie total im Spiel war. Auch nachts brauchte sie keine Windeln mehr und auf Autofahrten sagte sie auch rechtzeitig an, wenn sie auf Toilette musste.

Brandenburger Cafélandschaft

Brandenburg ist noch weit weg, aber schon jetzt ist klar, dass eine unserer größten Leidenschaften dort auf eine harte Probe gestellt werden wird:

Wir sind fast täglich in irgendeinem Café. Auch unser Großkind ist mittlerweile von diesem Ritual total vereinnahmt, wie dieser Tweet meiner Frau beweist:

 

Als wir letztens vor Ort waren um erste Eindrücke zu sammeln wollten wir auch erst einmal ein Café aufsuchen um etwas zu essen und zu trinken. Es war kurz vor 12 und wir hatten 2,5h Autofahrt hinter uns. Weit und breit war aber niemand zu sehen, die man fragen konnte, bis plötzlich eine Briefträgerin auftauchte. Also schnell hin zu ihr und gefragt:

Meine Frau: „Wo gibt es hier denn ein Café in der Nähe?“

Briefträgerin: „Sie wollen jetzt einen Kaffee trinken gehen? Es ist doch noch gar nicht nachmittags.“

Wir werden schon zueinander finden. Zur Not eröffne ich einfach jeden Tag ein Kirchencafé mit mir als einzigen Kunden.

Brandenburg. Wir kommen. 

Wir haben uns jetzt entschieden: wir werden raus nach Brandenburg gehen. 

Was das für mich bedeutet? Meine Frau wird Vollzeit arbeiten und ich bin Hausmann, betreue unsere beiden Kinder, versuche das Pfarrhaus (7 Zimmer!) zu reinigen und nebenbei ein wenig meine Freiberuflichkeit am Leben zu halten. Das richtige Leben als Pfarrfrau kann kommen! Aber es geht ja erst im Januar los… 

Ich freue mich schon jetzt auf spannende Erlebnisse, die ich mit euch teilen darf. Schon jetzt gibt es ungläubige Blicke, wenn wir davon reden, dass ich dann Zuhause bleibe. Ich freue mich aber total darauf!

Wie aus Impfgegner*innen Kämpfer*innen für den Datenschutz werden

„Du kannst ja mit deinem Kind einfach zuhause bleiben. Du musst ja nicht raus gehen in die Öffentlichkeit, wenn du dir Sorgen machst, dass es dann krank werden kann.“

Worte einer Mutter aus unserem Kinderladen zum Thema Masern. Unser Kind ist 7 Monate alt und damit noch zu klein zum Impfen. Und diese andere Mutter ist – vielleicht – Impfgegnerin. Ich weiß es nicht, da sie nicht sagen will, ob ihr Kind geimpft ist oder nicht.

Das Thema begann vor 2 Wochen, kurz nachdem für Berlin die Warnung herausgegeben wurde – auf Grund der Masernepidemie – mit Säuglingen die Öffentlichkeit zu meiden, vor allem Orte mit vielen Menschen. Unser Großkind geht in den Kinderladen – ein Ort mit so einigen Menschen – und meine Frau muss sie leider häufiger hin bringen, weil ich derzeit an 12 Tagen im Monat arbeite. Nun kann sie aber Baby nicht einfach zuhause lassen, wenn sie Großkind in den Laden bringen will, sondern muss es natürlich mitnehmen. Wir dachten uns also, dass wir die Eltern der Kinderladenkinder kurz per Mail unsere Sorge mitteilen. Gleichzeitig wollten wir wissen, wie denn der Impfstatus der anderen Kinder so aussieht und ob wir, aber auch zwei weitere Familien mit Säuglingen, bedenkenlos mit den Babys in den Kinderladen kommen können. Ganz harmlos diese Anfrage, so dachten wir.

WIR HATTEN JA KEINE AHNUNG!

1-2 Eltern antworteten relativ schnell und gaben Entwarnung: die Kinder sind durchgeimpft. Ein Vater schrieb auch, dass man ja nicht nur nach dem Status der Kinder, sondern auch der Eltern fragen sollte, da diese natürlich auch Überträger sein können. Recht hatte er.

Dann aber kam die erste interessante Mailantwort:

„Der Impfstatus unterliegt dem schützenswerten Persönlichkeitsrecht.“

Genau.

Meine Frau antwortete sehr freundlich und verständnisvoll auf diese Mail und betonte, dass es ihr um keine Diskussion um das Für und Wider von Impfungen ginge. Aber es kam keine Antwort.

Heute nun traf ich auf die Verfasserin der Mail und nachdem wir über alle anderen wichtigen Dinge gesprochen haben (es war das Vorstandstreffen vom Kinderladen), kamen wir auch noch auf das Thema Impfen, da es beim nächsten Elternabend besprochen werden soll. Und sehr schnell gerieten wir aneinander. Was ich am spannendsten an der Diskussion fand war die Tatsache, dass wir tatsächlich nicht über Impfen an sich gesprochen haben, sondern sie sehr schnell auf das Thema Datenschutz und Schutz der Persönlichkeitsrechte kam. Sie hat sich und auch andere Impfgegner*innen als Verteidiger*innen dieser Persönlichkeitsrechte hingestellt.

„Heutzutage werden wir von allen Seiten überwacht und Listen über uns angefertigt. Da ist es einfach wichtig, nicht alles von sich preis zu geben.“

Nicht vergessen: es geht hier einzig und allein um eine kurze Info darüber, ob man bedenkenlos mit einem Baby in einen Kinderladen gehen kann! Daraus bastelte sie (und übrigens auch eine andere Mutter aus dem Kinderladen) einen Angriff auf den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte. Sie war plötzlich ein Opfer und wir die Täter, die ihr ungeheuerliche Dinge abverlangt haben.

Und als ihr nichts mehr einfiel kam dann die Aussage vom Eingang: „Bleibt doch zuhause, wenn ihr euch Sorgen macht.“

Ja, sicher. Wir haben ja kaum eine andere Wahl. Wegen Leuten wie den Eltern dieses Kindes, die nicht nur daran beteiligt sind, dass sich diese Masern weiter ausbreiten können, sondern sich dann auch noch aufschwingen als Retter*innen. Sie entfachen ein kleines, buntes Ablenkungsmanöver und fühlen sich auch noch gut dabei. Und ich könnte nur noch kotzen.

12 von 12 im März 2015

Ich mache zum ersten Mal bei 12von12 mit. 12 Fotos werden am 12. des Monats geschossen und somit ein ganzer Tag dokumentiert.

Hier ist nun mein Beitrag.

Um 10 nach 7 stand ich auf. Der Rest der Familie schlief noch. Frau und Baby waren gegen 7.40 Uhr wach, das Großkind um 8.
Um 10 nach 7 stand ich auf. Der Rest der Familie schlief noch. Frau und Baby waren gegen 7.40 Uhr wach, das Großkind um 8.

 

Frühstücksvorbereitungen. Es gibt u.a. Müsli, aber auch Stulle. ;-)

 

Und für Baby gibt’s Banane. Heute wurde eine ganze davon verspeist. Ich frage mich jedes Mal, wie das alles in so einen kleinen Körper passt.

 

 

Großkind aß erst Brot und trank O-Saft.

 

Anschließend wurde weiter am Auto gebastelt. Gestern Abend fing Großkind mit der Mama an es zu bemalen und heute morgen baute ich mit Großkind einen Sitz ein (vorne zu sehen).
Um auf Arbeit nicht alleine zu sein gab mir Großkind ein Kuscheltier mit auf den Weg. :-)
In der S-Bahn las ich dann weiter am Buch für unseren Buchclub: „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie. Ich bin jetzt bei der Hälfte und kann es bislang absolut empfehlen!

 

 

Fast bin ich angekommen. Nur noch wenige Schritte.

 

 

Da.

 

 

Endlich Feierabend und damit Wochenende.

 

 

Nach dem Essen.

 

 

Zum Abschluss haben wir noch Pizza gebacken.

Rettet endlich die Hebammen, verdammt!

Durch einen Tipp von Hannah*Rosenblatt bei Twitter habe ich mir die Dokumentation Anjas letzte Geburt in der ARD-Mediathek angeschaut und bin noch immer stinkwütend. Aber nicht über die Filmemacher*innen, sondern die Politik.

Die Dokumentation begleitet die Hebamme Anja über 1 Jahr hinweg bei ihrer Arbeit und immer mit dem Blick auf das Ende ihrer Arbeitszeit zum 31.12.2014, weil sie nicht mehr weiß, wie sie die steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung bezahlen soll.

Gut zu sehen ist die Bedeutung des Berufes Hebamme. Viele werdenden Eltern sind glücklich eine Hebamme an ihrer Seite zu haben, die sie mit allerlei Fragen löchern können. Auch wir waren froh bei der Schwangerschaft unserer beiden Kinder so wundervoll betreut worden zu sein. Auch wenn sich unsere Frauenärztin viel Zeit nimmt, so ist es mit einer Hebammenbetreuung noch immer bei weitem nicht zu vergleichen.

Das staatlicherseits nicht schon lange etwas geschehen ist um die freiberuflichen Hebammen beim Thema Haftpflichtversicherung zu unterstützen ist einfach ungeheuerlich. Nicht nur drängt man damit freiberufliche Hebammen die Hausgeburten betreuen aus dem Job, sondern auch einige, die schon bislang nur noch für die Vor- und Nachsorge da waren, geben auf.

Es ist einfach zum Haare ausraufen! Dieser Beruf ist so wichtig und konsequent werden den Hebammen Stöcker zwischen die Beine geworfen. Am letzten Freitag wurde auch bekannt, dass die Krankenkassen den Schwangeren die Möglichkeit ihre Kinder zuhause unter Betreuung einer Hebamme zur Welt zu bringen erschweren wollen. Sie wollen die Kosten für die Betreuung einfach nicht mehr bezahlen, sobald einige Ausschlusskriterien, die vom Hebammenverband als wissenschaftlich nicht belegt bezeichnet werden, erfüllt sind. Ein Ausschlusskriterium ist schon das Überschreiten des errechneten Geburtstermins! Damit würde jeder zweiten Schwangeren sofort die Möglichkeit entzogen werden zuhause zu entbinden.

Mich macht das alles so fassungslos und ich gebe langsam die Hoffnung auf, dass sich beim Thema Haftpflicht für Hebammen noch etwas ändert.

Wir alle sollten die Hebammen trotzdem unterstützen! Und jede Stimme ist wichtig! Mehr Informationen dazu unter „Unsere Hebammen“.