Kindliche Mediennutzung – aber wie?

Alles fing mit diesem Satz vom Großkind an: „Mama, ich will auch so ein großes Handy haben, wie der Junge im Haus gegenüber und es dann hinlegen.“
Wir: „HÄ? Was willst du haben?“
Großkind: „Ein großes Handy zum hinlegen.“
Wir: …??…… AH!

Großkind wollte ein iPad. Ein paar Tage zuvor waren wir bei einer Bekannten und ihrem Sohn zu Gast. Der Sohn ist in etwa genauso alt wie unser Großkind, also ca. 3,5 Jahre. Und er holte einfach irgendwann das iPad raus, tippte wie wild, aber zielgerichtet (startete mehrere, ihm scheinbar bekannte, Apps) darauf herum und Großkind stand daneben und schaute zu.

Und nun wollte sie auch unser iPad nutzen. 1000 Gedanken gleichzeitig sprangen in meinem Kopf hin und her. Ich startete eine App zum Malen, aktivierte den geführten Zugriff und gab ihr das iPad. Nach 10 Minuten war sie fertig und gab es mir zurück.

Und seitdem ist da dieses Thema in meinem Kopf: Wie um alles in der Welt wollen wir es mit der Mediennutzung handhaben?

Meine Frau und ich haben darüber schon mehrmals geredet. Beim Thema Fernsehkonsum sind wir uns komplett einig: gibt es nicht bevor Großkind um einiges älter ist.
a) Haben wir keinen Fernseher zuhause (nachdem der letzte mit einem Standbild von Joey auf seinem Fernsehsessel sitzend kaputt ging)
b) bereiten ihr bewegte Bilder schnell Angst
c) wir lesen lieber Bücher mit ihr oder hören Hörspiele (die ihr manchmal Angst machen).

Das Thema iPad bzw. Computernutzung im Allgemeinen ist für mich aber ein ganz anderer Schuh. Und hier greifen natürlich meine eigenen Kindheitserfahrungen mit in meine Überlegungen ein. Der 1. Kontakt mit einem Computer war mit dem C64 meines großen Bruders Anfang der 90er Jahre. Ich war noch sehr jung (unter 10 Jahren) und hatte natürlich noch nicht viel selbst daran herumgetippt, aber es gab einen Computer und wann immer mein Bruder da dran war, saß ich daneben und guckte zu. Ab und zu durfte ich auch mitspielen (z.B. bei „North & South“, bei dem ich jedes Mal verlor).

Im Verlauf der Jahre wurde aus dem C64 ein PC. Erst ein 386er, dann ein 486er und so weiter. Ich durfte immer mehr daran spielen, zunächst unter Anleitung, später auch alleine. Die Angst vor der Technik wurde geringer, die Gefahr etwas kaputt zu machen stieg aber auch an und so endete der komplette Festplatteninhalt des Computers meines Bruders einmal im Mülleimer.

Es folgten weitere Experimente. Computer wurden auseinander und zusammengebaut. Auch dabei gab es Verluste zu vermelden. Ein alter 386er ging in Rauch auf, nachdem ich den, gemeinsam mit einem Freund, aus zwei anderen Computeren „neu“ zusammengesetzt habe. Nicht immer klappte alles, aber es machte Spaß! Eine schöne Erfahrung war auch der selbst – in Basic – programmierte „Fußballmanager“. An dem Stück Software war zwar wenig Management und viel Zufallszahlenauswürfeln, aber ich hatte damit viel Zeit am Computer verbracht und ein bisschen was über das Programmieren gelernt.

Durch beobachten, nachahmen und experimentieren verlor ich jegliche Angst vor der Technik. Aber vieles davon startete auch erst in den Teenagerjahren. Und heute? Unsere Kinder wachsen mit der modernen Technik auf. Ein Programm lässt sich durch einen Fingertipp starten und bedarf keiner Eingabe von „LOAD“. Die Gefahr, dass ein Kind die Software eines iPads durch eine falsche Eingabe kaputt macht tendiert gegen 0.

Aber WIE und vor allem WANN sollte oder kann man den Kindern den Zugang zur Technik ebenen? Der Anblick von dem oben geschriebenen Kind, dass wie wild auf dem iPad rumtippte irritierte mich stark. Andererseits will ich aber, dass meine Kinder keine Angst vor der Technik bekommen oder Angst davor, dass sie etwas kaputt machen können. Am liebsten würde ich ja meinen Kindern auch die Freude am Programmieren näher bringen und da gibt es ja, gerade für Kinder, auch einige Apps mit denen man einen ersten Kontakt dazu wagen kann. Aber noch fehlt mir der richtige Ansatz. Und unser Großkind ist ja auch erst 3,5 Jahre alt. Es bleibt also noch ein wenig Zeit.

Bis dahin will ich aber von euch wissen: Wie handhabt ihr es mit der Mediennutzung?

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Ein Gedanke zu “Kindliche Mediennutzung – aber wie?

  1. unser Großer hatte auch so eine Phase (mit 3,5 Jahren) da fuhr er total auf das iPad ab. Ein paar Apps (u.a. Von Foxstudios) fand er richtig gut und wir limitierten den Spielspaß auf 30 min am Tag (in kleinen Portionen natürlich). Inzwischen ist er 4 und spielt lieber Lego oder Brio als mit dem iPad. Also es ist nicht unbedingt der Einstieg in die Spielesucht geworden ;-)

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